topocare begreift sich als Innovator im Bereich Hochwasserschutz. Gestartet mit der Entwicklung einer Deichbaumaschine, bietet topocare inzwischen auch den Bau von Deichen und Verwallungen sowie digitale Lösungen im Bereich Simulation, Internet of Things, Industrie 4.0.

Was genau macht ihr?

Der Hochwasserschutz bietet ein großes Potenzial für Innovationen. Ein jeder der die endlosen Sandsackketten und vielen Helfer bei Hochwasserereignissen im Kopf hat muss sich doch einmal gefragt haben: Geht das nicht besser? Zu Anfangs stand die Idee eines sandgefüllten Geotextilschlauches im Raum. Dieser könne in den Deichkörper eingebaut werden und diesen so stabilisieren und erosionssicher gestallten, dass eine Vielzahl von Deichversagensmechanismen in der Zukunft auszuschließen wären – so diverse Universitäten. Wie aber kommt der Sand in den Schlauch? Das war die Aufgabe, die sich topocare gestellt hat.
Mit einem interdisziplinären Team haben wir eine Deichbaumaschine entwickelt. Den topomover. Mit diesem können Geotextilschläuche mit bis zu einem Meter Durchmesser verlegt und aufgeschichtet werden. Mit dem topomover, der Deichbaumaschine, können 150m sandgefüllten Schlauch pro Stunde verlegt werden. Und dies vollautomatisch. Um zur Anfangsfrage zurückzukehren: Geht das nicht besser? – Ja, das geht! Schnell stand aber eine neue Frage im Raum: Die Maschine ist so schnell, der Sand muss gebracht werden, viele Leute sind involviert. Wie muss eine ideale Prozesskette aussehen um sich schnellstmöglich zu schützen? Denn die beste Maschine bringt nichts, wenn der gesamte Prozess reibungslos läuft.
Über ein Transferprojekt mit der Firma Claas, dem Fraunhofer IPT und der Hochschule FHDW haben wir ein Simulationstool aufgebaut. So sind wir umgekehrt zu vielen anderen Start-Ups vom Maschinenbau zur IT gekommen. Unser Simulationstool kann inzwischen die Logistik und Verlegung verschiedenster mobiler Schutzelemente, wie Sandsäcke, Geotextilschläuche und Dammbalken simulieren. Hieraus lassen sich Einsatzszenarien zur Bestimmung von Kapazitäten, Zeiten, Routen etc. aufbauen.

Wann habt ihr gegründet?

topocare wurde im Oktober 2012 gegründet.

Warum habt ihr gegründet?

topocare ist aus einem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten ZIM Kooperationsprojekt (Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand) entstanden. Innerhalb des Projektes wurde ein Demonstrator des Grundprinzips der Deichbaumaschine aufgebaut. Topocare hat sich zum Ziel gesetzt die Entwicklung weiterzuführen, serienreif zu gestalten und zu vermarkten.

Erzählt kurz was über euer Gründungsteam

Mit den Gesellschaftern Roland Draier, Simon Jegelka und der Christoph Mohn Internet Holding GmbH steht ein dynamisches und gleichzeitig erfahrenes Team hinter den Zielen und Ideen des Unternehmens. Das Team deckt tiefgreifendes Ingenieurswissen und –können sowie betriebswirtschaftliches Wissen und Erfahrung ab.

Was sind eure aktuellen größten Herausforderungen?

A) Auftraggeber von topocare sind Städte und Kommunen sowie kommunale Betriebe. Staatliche Strukturen mit Ausschreibungsprozessen etc. werfen zum Teil hohe Innovationsbarrieren auf und arbeiten in langen Zeithorizonten.
B) Die meisten Länder haben eigene Standards. Hier müssen Gleichwertigkeits- und funktionsnachweise neuer Verfahren erbracht werden. Der Markteintritt ist nicht einfach.

Welches Vorbild (Startup/Person) habt ihr?

Steve Jobs: Your work is going to fill a large part of your life, and the only way to be truly satisfied is to do what you believe is great work. And the only way to do great work is to love what you do. If you haven’t found it yet, keep looking. Don’t settle. As with all matters of the heart, you’ll know when you find it.

Wie werdet ihr Geld verdienen?

Bauaufträge, Maschinen (Kauf, Leasing), Beratung & Dienstleistung. Wir verdienen bereits Geld.

Wie seid ihr finanziert?

Gerade bei einem Tech-Startups eine gute Frage. Durch den hohen Innovationsgrad und die Hardware-Komponenten bestehen längere time-to-market Zeiten. Wir sind uns dessen bewusst. Die Gesellschafter stehen hinter dem Unternehmen.