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Wisst ihr eigentlich, wieviele Startups es in NRW gibt? Viel wichtiger noch: Startups, die in ihr Geld überwiegend im Web und damit digital verdienen?

1465.

1465 Startups gab es Ende 2016 in Nordrhein-Westfalen, die jünger als 10 Jahre sind und die hauptsächlich mit digitalen Prozessen ihr Geld verdienen.

Übrigens sind das mehr als dreimal so viele als noch 2013. Als es noch 462 gab.

Woher wir das wissen?

Schaut mal in die Studie Digitale Wirtschaft NRW

Das Wirtschafts-Ministeriums NRW (das auch Ministerium für Energie, Industrie, Mittelstand und Handel ist) hat letzte Woche eine Studie mit knapp 60 Seiten (hier das PDF) heraus gegeben, in der sie die digitale Business-Landschaft hier im Land ausgewertet hat. Damit wollte das Ministerium zum einen den Erfolg der Initiative DWNRW checken, die 2014 ins Leben gerufen wurde und hat gleichzeitig ein Gefühl für den Grad der Digitalisierung der Unternehmen hier bekommen. Nicht nur bei Startups sondern in kleinen, mittleren und Industrieunternehmen.

Beim Digitalisierungsgrad der KMU liegt Nordrhein-Westfalen leicht über dem (generell noch recht niedrigen)  Bundesdurchschnitt. Eine Maßgabe für Digitalisierung in der Studie ist das Vorhandensein einer Webseite, von denen eine große Anzahl der insgesamt 811.000 untersuchten KMU bisher keine hat. Die digitale Durchdringung der Industrieunternehmen ist im Vergleich fast dreimal so hoch. Besonders die großen Unternehmen in NRW gehören zu den bundesweiten Digitalpionieren.

Wirtschaftsminister Garest Duin zieht bei creative.NRW aus den Ergebnissen den Schluss: „Unsere Strategie Digitale Wirtschaft zeigt deutlich messbare Erfolge. Die Wirtschaft in NRW hat den digitalen Wandel verstanden und setzt ihn konsequent um. Die Studie macht deutlich: Nordrhein-Westfalen ist auf dem Weg zum Digitalland Nummer eins.“

Digital Index Industrie NRWWas bedeuten die Ergebnisse für Startups in NRW?

Ein Drittel (35,3%) der befragten Unternehmen kooperiert bereits mit Startups! Das zeigt wie gründerfreundlich das Land NRW tatsächlich und ganz realistisch ist. Klar, in den Universitätsstandorten wir besonders häufig gegründet und besonders hier in OWL gibt es eine Menge Unterstützung für Gründer, aber wir gründen ja nicht aus Selbstzweck, sondern auch um Business zu machen, etwas zu erreichen und die Welt zu verbessern. Gut zu wissen, dass die vorhandene Wirtschaftslandschaft Bock auf uns hat.

18,3% der Industrieunternehmen, die mit digitalen Startups kooperieren sagen, dass diese Zusammenarbeit eine große Bedeutung für sie hat. Alleine schon wegen des speziellen Know-hows, das Startups mit in die Waagschale werfen. Innovative Ideen, alternative Unternehmenskultur und hohe Geschwindigkeit wurden nicht explizit genannt, würde ich aber auch als Treiber sehen. Besonderes Augenmerk wird natürlich auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle gelegt. Rund 2 Drittel der Unternehmen bewerten ihre Kooperationen mit Startups als gut oder sogar sehr gut.

Klar: Digitale Startups in der Nähe der Werkstore ermöglichen digitale Wertschöpfung für die Industrie.

Das führt bei den Industrieunternehmen mit mehr als 5000 Beschäftigten zu einem Digitalisierungsgrad, der mit 44,8 Punkten um 9,3 Punkte über dem Vergleichswert der Industrieunternehmen in Deutschland insgesamt (35,5 Punkte) liegt.

Wo arbeiten Unternehmen und Startups zusammen?

Die 3 Top-Bereiche, in denen Unternehmen mit Startups kooperieren sind

  • Produktion und Dienstleistungerstellung
  • Einkauf oder Beschaffung
  • Werbung und Kommunikation

Ok. Das war zu erwarten.

Interessant ist aber die gesamte Aufstellung der Kooperations-Bereiche. Denn die Bereiche wurden von den Industriebetrieben umso häufiger genannt, als sie selbst Innovationen hervor bringen, im Ausland aktiv sind und eigene Forschung und Entwicklung betreiben. Und sich selbst als digital orientiertes Unternehmen sehen, dessen Wettbewerbsumfeld eher dynamisch ist.

Kooperationsbereiche Startups Industrie Unternehmen

Was könnt ihr als Startups daraus ableiten?

Zunächst mal: NRW und insbesondere OWL sind Spitzenstandorte um in einem hervorragenden Ökosystem erfolgreich zu gründen.

Die Studie zieht als einen Schluss, dass in den meisten Bereichen die Unternehmen am liebsten mit digitalen Startups zusammen arbeiten. (Seite 59).

In den Bereichen Finanzen, Controlling und Rechnungswesen sowie Logistik und Versand arbeitet der Großteil er Unternehmen noch lieber mit etablierten Unternehmen zusammen. Klar: Ne DATEV oder DHL disruptiert man nicht ganz so leicht. Aber auch hier sind FinTechs durchaus dran und Logistik-Startups gehören mit denen mit dem größten Wachstum.

Vermutlich wird die traditionelle Wirtschaft im Land noch weiter dazu angehalten, dass der Mittelstand seine eigene digitale Transformation aktiv vorantreibt, die Industrie digitale Business Models stärker in die eigene Wertschöpfung integriert und das Land die Voraussetzungen für Gründung und Erfolg von Startups weiter verbessert.

Ganz konkret würde ich mir als Gründer ansehen, welche der Kooperationsbereiche dort oben meinen eigenen Stärken entspricht. Dann schauen, welche potenziellen Kunden in meiner unmittelbaren Umgebung stecken und möglichst eng mit diesen Unternehmen gemeinsam an einer Lösung arbeiten.  

Was wollen die Unternehmen von Startups und wo gibt es noch Schwierigkeiten?

Ab Seite 61 der Studie geht es um die Ziele, die Industrieunternehmen in der Kooperation mit Startups erreichen wollen und die Probleme und Herausforderungen, die sich aus einer Zusammenarbeit ergeben.

Ok, die offensichtlichen Ergebnisse nehme ich vorweg:

  • Die Industrie verspricht sich Innovationen
  • Der Großteil der Kooperationen verlief problemlos

Für den Rest der Infos – und dafür bin ich im Herzen ja immer auch ein bisschen Marketing-Mensch – bitte ich Euch selber einen Blick in die lesenswerte Studie zu werfen.

In der Studie steckt eine Menge Potenzial für die Weiterentwicklung Eures Business! Sowohl in Kooperation mit der Industrie, besonders aber im Mittelstand. 

(c) Bilder: IW Consult