Bist du ein Mensch? 4   +   2   =  

Wie ihr eure Idee ohne Produkt validieren könnt haben wir In Folge 3 unserer Validierungs-Serie vorgestellt. Über die richtigen Fragen sprachen wir in Folge 2. Heute wollen wir uns darüber Gedanken machen, wie die Fragen formuliert sein sollten und wie ihr die Antworten so erfasst, dass ihr sie auch sinnvoll auswerten könnt.

Wieso sollten wir Validierungsfragen auswerten?

Wertvolle und aufschlussreiche Gespräche mit Experten und potenziellen Kunden sollten doch reichen oder? Ja und nein. Wir kennen das im Startup Alltag alle: Die Haupterkenntnisse und Anekdoten aus den Gesprächen bleiben zwar hängen und werden in Meetings, Standups und Kundengesprächen immer wieder gerne als Beispiele angeführt. Aber sie bleiben letzten Endes doch Anekdoten.

Zusätzlich ist es daher sinnvoll, Fragen so zu erfassen, dass ihr die Antworten statistisch bzw. visuell auswerten und aufbereiten könnt.

Je mehr Datenpunkte desto besser

In diesem Fall meinen wir damit: Besser vielen Ansprechpartnern wenige Fragen stellen und damit ein Meinungsbild erzeugen, als wenigen Experten viele qualitative Fragen stellen.

So könnt ihr Trends und Patterns in den Aussagen erkennen, die euch wahrscheinlich verborgen bleiben, wenn ihr nur auf die Einzelgespräche schaut. Je mehr Menschen aus den potenziellen Kundenprofilen ihr fragt, umso wahrscheinlicher erhaltet ihr ein aussagekräftiges Ergebnis.

Die Antworten auf eure Fragen sammelt ihr am besten gleich in einem Tool, das euch bei der Auswertung unterstützen kann. Google Sheets bietet sich hierbei besonders an, weil ihr einerseits mit einem Google Form eine Online-Variante zum Selbstausfüllen durch Probanden habt, aber auch bei qualitativen Interviews mit Experten persönlich oder am Telefon direkt die Antworten in die Ergebnistabelle eintragen könnt.

Welche Fragen sind denn nun hierfür die richtigen?

Damit ihr für eure Analyse sinnvolle Ergebnisse bekommt solltet ihr hier mit möglichst klar auswertbaren Fragen arbeiten:

  • JA / NEIN Fragen
  • Bewertungsskalen von 1-5 oder 1-10
  • Zustimmungsskalen
  • Mehrfachauswahlen per Checkbox
  • Einfachauswahl per Radiobutton oder Drop-Down Menu

Die Schwierigkeit dabei ist natürlich, dass ihr die Antworten vorgeben – also bereits wissen oder zumindest vermuten müsst.

Für Featurewünsche oder individuelle Kritikpunkte könnt ihr noch 1-2 offene Fragefelder ermöglichen:

  • Wie können wir unser Produkt für Sie verbessern?
  • Welche vergleichbaren Produkte kennen Sie?
  • Was verwirrt Sie auf unserer Seite / in unserem Angebot?
  • Welche Features sollten wir hinzufügen?
  • Wären Sie bereit für dieses Angebot zu zahlen und wenn ja wieviel?

Eventuell nachfassen mit neuen Fragen

Möglicherweise entstehen im Laufe eurer Validierung weitere Fragen in Gesprächen. Dann macht es durchaus Sinn, die erste Gesprächspartner noch einmal zu kontaktieren und um ein Update zu bitten. Einerseits, damit ihr ein vollständiges Meinungsbild erhaltet, andererseits aber auch um den Kontakt weiter zu halten.

Der wichtigste Punkt: Setzt die Ergebnisse schnell um!

Trotz des letzten Tipps: Macht nicht den Fehler und rutscht in eine Feedback-Schleife: Auch wenn Rückfragen und detaillierte Ergebnisse wertvoll sein mögen und beruhigen: Setzt valide Ergebnisse, die ihr bekommt möglichst schnell um und testet sie in Aktion mit Kunden.

Gründlich nachfragen ist gut.
Zu wissen, wann ihr genug wisst, ist besser.