Was bringen euch als Startup Konferenzen? Welche sind die richtigen Events und wie schafft ihr es, als Gründer auf relevanten Konferenzen Vorträge zu euren Kernthemen zu halten? Dazu haben wir mit Stefan Trockel von Mercury.ai gesprochen. Stefan hat in diesem Jahr 5 internationale Konferenzen zum seinem Thema Chatbots und Conversational Assistants besucht und uns von seinen Erfahrungen berichtet.

Was bringt es einem Startup auf Konferenzen zu gehen?

Stefan: In dem Moment, in dem ihr etwas nützliches beizutragen habt, werden andere aus der Szene auf euch aufmerksam, die möglicherweise mit euch zusammen arbeiten möchten. Oder genau eure Lösung suchen, um mit ihrem Startup weiter zu kommen. Oder vielleicht sogar eine Lösung für euch parat haben.

Die wichtigen Köpfe in der Szene und bei VCs werden ansprechbar. Auf der Business of Bots war zum Beispiel auch Seth Rosenberg, der Product Manager der Facebook Messenger Plattform war und jetzt beim VC Greylock ist. Solche Leute, an die sonst sehr schwer ranzukommen ist, trifft man auf einer Konferenz relativ einfach.

Außerdem ist die Chance viel höher, potenzielle Kunden zu treffen, die genau das suchen, was Ihr anzubieten habt und euer Netzwerk zu Firmen auszubauen.

Und das bedeutet: Leads! Jedes Mal, wenn wir auf einer Konferenz waren, haben wir danach einen deutlichen Peak in den Leads, die durch die Webseite kommen, weil über uns berichtet wird.

Welche Key-Learnings hast Du von den Konferenzen für Dein Startup mitgebracht?

Stefan: Praktisch alles, was an Brands Rang und Namen hat tummelt sich momentan im Conversational-Umfeld. Allein in dem Workshop zu Bot-Strategien, den ich auf der Business of Bots gehalten habe, waren Leute von General Motors, Delta Airlines, MGM Hotels, Visa und noch ein paar andere. Alle großen Marken sind da gerade dran und wer sich heute nicht zumindest mit dem Thema auseinandersetzt, wird in 2 bis 3 Jahren den Anschluss verloren haben.

Erwähnenswert ist auch, dass wir ein technologisches Ökosystem drum herum haben, das sich extrem schnell bewegt. Alleine mit welcher Geschwindigkeit sich Conversational Plattformen wie Facebook Messenger, Amazon Alexa oder Google Home weiter entwickeln ist wirklich krass:

Dinge, die vor einem Monat noch nicht gingen funktionieren plötzlich.

Aber auch Unternehmen wie Slack bieten bsw. großartigen Developer Support, um auf deren Plattform individuelle Bots zu entwickeln.

Wie zugänglich ist die Conversational Szene denn? Ist das alles sehr im geheimen?

Stefan: Das ist gerade das schöne: Die Szene ist noch sehr offen und es wird vergleichsweise viel Wissen geteilt. Klar, jeder hat so seine Special Sauce, die er nicht gerne verrät. Aber im großen und ganzen sind die Menschen sehr offen und gesprächsbereit.

Und: Auf Konferenzen erhaltet ihr ein Gefühl für die Business Models eurer Nische!

Manche bauen wie wir bei Mercury.ai Chatbot-Plattformen als SaaS-Lösung, andere entwickeln Bot-Frameworks. Andere im Ökosystem entwickeln Lösungen, die es in anderen Etappen des Webs bereits gegeben hat für die Chatbot- und Conversational-Branche: Content Management, CRM, ERP oder Analytics-Suits beispielsweise.

Vieles, was es für das Web bereits gibt, wird für Bots neu entwickelt. Denkt mal an E-Mail: Da gab es im Web 1.0 Microsoft Exchange und Outlook. Im Web 2.0 kam dann Googlemail, mobile und die Cloud.

Und jetzt ist die Frage für Gründer: Welche äquivalenten Business-Models könnt ihr für Chatbots entwickeln? Wie könnt ihr die Produktkategorien für Conversational neu erfinden?

Wie kommt man als Gründer aus OWL dazu, auf den Top-Konferenzen in seiner Branche zu sprechen?

Stefan: Der Vorteil in der Chatbot-Szene ist: Sie ist noch sehr überschaubar. Wenn ihr euch dort zu entsprechenden Themen in Facebook Gruppen oder in Slack-Channels austauscht oder mal ein passendes Posting auf Medium veröffentlicht, dann werden die Leute in der Szene auf euch aufmerksam. Und eben auch diejenigen, die nach Speakern für Konferenzen suchen.

Vernetzt euch und lasst die Leute merken, was ihr spannendes zu erzählen habt!

Sucht euch Konferenzen, die ganz klaren Fokus auf Euer Kerngebiet haben. Für Mercury.ai waren das in diesem Jahr zum Beispiel:

Wenn Ihr Euch auf die Fachkonferenzen konzentriert, ist es deutlich einfacher ein Netzwerk aufzubauen, als wenn Ihr versucht, jede Startup Konferenz mitzunehmen und darüber zu reden, dass ihr ein Startup seid. Vielmehr vernetzt ihr euch auf eurer thematischen Ebene und tragt euer individuelles Know-how mit bei.

Vielen Dank für Deine Zeit und die inspirierenden Antworten, Stefan!

Welche Konferenzen sind für euer Business Model relevant? Diskutiert mit auf Facebook oder verratet sie uns hier über unser Kontaktformular.

Das ganze Gespräch mit Stefan, in dem er viel zur zukünftigen und strategischen Bedeutung von Chatbots und Conversational Platforms erzählt, könnt ihr euch hier anschauen:

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