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Die meisten Gründer reden gerne über ihre Growth Rate und monatlichen Umsätze. Aber über ihre Kosten? Eher nicht. So lange mehr Umsatz (oder Investments) reinkommen, als ausgegeben wird, ist ja auch alles tutti oder?

Dabei kann ein regelmäßiger Blick auf die Kostenstruktur und ein passender Forecast überlebenswichtig sein. Die regel- oder außerplanmäßigen Ausgaben zu unterschätzen kann schnell zu einer Schieflage oder zur Handlungsunfähigkeit führen.

Was sind denn die Kosten?

Da sind natürlich erstmal die offensichtlichen Dinge:

Domains, Server, Lizenzkosten für Software. Alles, was ihr braucht, um eure Kernarbeit zu leisten, auch wenn Euer Startup möglicherweise noch ein Sideproject ist.

Danach kommen die typischen laufende Kosten: Büromiete, Strom, Essen, Getränke, Snacks, Office Supplies.

Marketing und Werbung, Sales Budget, Reisekosten zu Terminen, Messen und Konferenzen und alles, um euer Produkt an den Kunden zu bringen.

Wenn euer Produkt mit Hardware zusammenhängt, kommen noch Versandkosten und -Material, aber auch die Abwicklungen von Rücksendungen inkl. Arbeitsaufwand und defekten Artikeln dazu.

Und irgendwann auch Gehälter, Rücklagen, Versicherungen, Steuerberater, Anwalt etc.

Auch wenn ihr nicht alles eurem Steuerberater zum Abschreiben geben könnt, solltet ihr möglicherweise auch eure privaten Kosten einkalkulieren, damit ihr wisst, was ihr monatlich braucht.

Denn:

Davon hängen Arbeitseinsatz und Pricing ab. Entweder müsst ihr mehr Stunden kloppen oder – wenn ihr in der Lage dazu seid – höhere Preise ansetzen, um in gleicher Zeit mehr zu verdienen.

Nehmt jeden entstehenden Kostenfaktor mit auf

Auch wenn es lästig und deprimierend erscheint: Jeder Kostenfaktor der einmal entsteht, kann ein zweites, oder auch drittes Mal entstehen. Dokumentiert für euch eindeutig und nachvollziehbar, wann und warum welche Kosten entstanden sind und überlegt dann bereits, wie ihr diese Kosten in Zukunft verhindern oder zumindest gering halten könnt.

Dazu gehören übrigens auch unnötige Mehrarbeit. Denn auch eure Arbeitszeit verursacht Kosten. Mindestens die verlorene Zeit, die ihr nicht ins eigentliche Produkt investieren konntet.

Klare Kostenstruktur wichtiger Faktor für Investoren

Je klarer und genauer ihr über die Ausgaben eures Startups Bescheid wisst und mit Zahlen, Daten und Fakten Auskunft geben könnt, desto vertrauenswürdiger werdet ihr für Investoren. Vor allem, wenn ihr auch für verschiedene Szenarien entsprechende Pläne in Petto habt.

Klar, niemand kann für jede Eventualität einen eigenen Businessplan in der Schublade liegen haben.

Die wichtigsten Punkte durchdacht und unvorbereitete Individualitäten erfasst zu haben, kann aber nicht schaden.

Wer hat den spitzen Bleistift?

Die regelmäßige Beschäftigung mit Zahlen, Sparen und Kostenübersicht ist nicht jederfraus Sache. Sprecht im Team darüber, wer die Aufgabe übernimmt, ohne dass sich jemand überfordert oder als Spielverderber fühlt.

Gerade in der Anfangsphase sollte klar sein, dass jeder Euro, der nicht ausgegeben wurde, in das Produkt oder in die Akquise neuer Kunden investiert werden kann.

Dive Deeper

Unser Artikel soll ein Denkanstoß sein. Wir wollen euch weder den vollen BWL-Ansatz, noch die nur-so-viel-wie-nötig-Methode empfehlen. Vielmehr wollen wir euch ermutigen, euch mit dem unliebsamen Thema Kostenplanung zu beschäftigen.

Hier haben wir noch ein paar sehr gute Links, mit denen ihr euch tiefer ins Thema reinbohren könnt:

Im Founders Talk gab Florian Haizmann Tipps zu Bootstrapping und finanzieller Unabhängigkeit

Toller und ehrlicher Artikel über The real cost of Starting a Startup

Anleitung auf deutsche-startups.de um Deinen Startup Finanzplan in Google Sheets zu erstellen

Startupcots.co dokumentiert die monatlichen Kosten verschiedener Startups. 

Artikelbild: Fabian Blank on Unsplash