Bist du ein Mensch? 3   +   1   =  

So lange euer Team aus Co-Founden besteht, könnt ihr euch noch einigen und zahlt euch das aus, was ihr zum Überleben benötigt. Ab dem Moment, an dem Team-Mitglieder für spezielle Funktionen hinzukommen, die ihr vom Arbeitsmarkt wegemployen müsst, stellt sich irgendwann für jedes Startup die Frage:

Wie bezahlen wir unser Team?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, euer Team zu entlohnen. Eine Möglichkeit ist zunächst bsw:

Stellt Leute ein, die kostenlos arbeiten

Als erstes denkt man hier natürlich an Praktikanten oder Studenten, die erste Berufs-Erfahrung sammeln und ihr Wissen in Können umwandeln wollen. Zumal sich der Punkt „als Verantwortlicher für … im Startup …“ heute in jedem Lebenslauf durchaus sehen lassen kann. Bei Praktikanten mit besonderem Einsatzwillen und Ehrgeiz wisst ihr dann später auch, dass ihr nicht die Katze im Sack einstellt.

Aber da gibt es noch eine andere Möglichkeit:

Mitarbeiter, die nicht wegen des Geldes arbeiten, sondern wegen des Spirit. Um aus dem Corporate oder Vorruhestand heraus Startup-Luft zu schnuppern oder als Mentor etwas von ihrem Know-How weiter zu geben. Das können zum Beispiel Führungskräfte und Geschäftsführer aus eurer Branche sein.

Braucht ihr die Leute 40 Stunden 9to5?

Bevor es an das Auszahlen von Gehältern geht solltet ihr euch darüber klar werden, wieviel Arbeitskraft ihr eigentlich braucht. Besonders bei den im vorigen Punkt erwähnten Kollegengruppen macht eine Vollzeit-Anstellung meistens noch gar keinen Sinn.

Einerseits weil die Personen gar nicht genug Zeit verfügbar haben oder ihr noch nicht genug Arbeit für sie vorhalten könnt. Kalkuliert daher genau durch, wieviel konkrete Arbeitsleistung ihr benötigt und sprecht offen darüber.

Leistungsorientiert und auf Provisionsbasis

Möglicherweise könnt ihr mit geringen Grundgehälter starten und alle Team-Mitglieder auf Provisionsbasis oder über Umsatzbeteiligung bei ersten Kunden entlohnen. Das setzt natürlich voraus, dass ihr relativ genau zuordnen könnt, wer für welche Umsätze verantwortlich ist oder eine sehr transparente und gerechte Verteilung vornehmt.

Unternehmensanteile bzw. Aktien anbieten

Der Klassiker in der Startup-Welt. Mit Unternehmensanteilen lassen sich hochkarätige Team-Member besonders motivieren. schließlich werden so zu Mit-Unternehmern. Beteiligungen an GmbHs verursachen allerdings eine Menge Arbeit und hohe Notarkosten und müssen zudem von den Beteiligten auch noch versteuert werden, obwohl sie noch gar keinen echten Gegenwert erhalten.

Aktien können logischerweise auch erst nach einem IPO verteilt werden. Was also in der frühen Phase tun, wenn dem Bären noch gar kein Fell gewachsen ist, dass ihr verteilen könntet?

Dazu gibt es bsw. das Werkzeug des Virtual Share Program, mit dem ihr euren Mitarbeitern Anteile zusichert, die im Falle eines Exits bar ausgezahlt werden. Hierzu solltet ihr definitiv Fachleute mit ins Boot holen, die euch ordentlich beraten können.

Letzten Ende läuft es natürlich immer auf eines hinaus:

Verdient genug Geld, damit ihr eure Leute so bezahlen könnt, dass sie ordentlich davon leben können. Das ist nun mal einer der Grundzwecke eines Unternehmens, dass es seine Mitarbeiter ernähren kann.

Dazu gehört auch, eure Leuten befähigen, für euch mehr Geld zu verdienen. Lasst euer Team aktiv am Business Model mitarbeiten, neue Monetarisierungsmöglichkeiten entwickeln und Kunden ranschaffen.

Die beste Beteiligung am Unternehmen ist immer noch das Gefühl, es selbst mit aufgebaut zu haben.

Tipp: Ein Tool mit dem ihr eure Personalkosten im Blick halten könnt ist übrigens HiringPlan

Artikelbild Annie Spratt on Unsplash