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Tilo Bonow, Gründer & CEO von Europas führender PR-Agentur für die Digitalwirtschaft PIABO, Panel Moderator bei der Hinterland of Things Conference im Interview mit der“Startup Region OWL”.

Tilo, du begleitest die Startup-Welt seit vielen Jahren. In welchem Bereich steigt das nächste große Ding?

2018 ist ganz klar durch die Themen Blockchain, AR/VR, Machine Learning/KI und natürlich IoT bestimmt. Wir sehen zurzeit, dass die Anwendungsgebiete für diese vormals noch recht abstrakten Technologiebereiche immer konkreter werden – sowohl im B2B- als auch im B2C-Markt. Diese Entwicklung geht hauptsächlich von den Startups aus: Sie sind der Innovationsmotor der Wirtschaft. Große und mittelständische Unternehmen entwickeln sich aus eigener Kraft oft nur schwerfällig weiter. Startups können ihnen mit fortschrittlichen Technologien die nötigen Ressourcen bieten, um Innovation zu schaffen und so im internationalen Wettbewerb nicht abgehängt zu werden.

Muss das zwangsläufig in Berlin passieren? Oder gibt es auch andere Spots auf Augenhöhe?

Berlin etabliert sich dank seiner internationalen Tech-Szene natürlich immer stärker als global konkurrenzfähiger Standort. Auch die meisten Unterstützungsangebote wie Accelerators, Inkubatoren oder Innovation-Hubs gibt es nach wie vor hier. Neben anderen großen Startup-Zentren wie Hamburg und München bieten aber auch weitere Regionen Potenzial: Was Süddeutschland, das Rhein-Ruhrgebiet oder das Gebiet Ostwestfalen-Lippe Berlin voraus haben, ist der direkte Anschluss an mittelständische und große Industrieunternehmen wie die Automobilbranche oder Energiekonzerne. In OWL haben beispielsweise zahlreiche erfolgreiche, innovationsfreudige Mittelständler ihren Hauptsitz – beste Voraussetzungen, um technologische Neuerungen zu verkaufen. NRW als größtes Ballungszentrum Deutschlands bietet außerdem das Potenzial, viele Kunden auf kleinem Raum zu erreichen. Auch eine Kosten-Nutzen-Kalkulation lohnt sich: Die enorm gestiegenen Mieten in der Hauptstadt sind längst nicht für jeden Gründer mit schmalem Budget einfach zu stemmen. Berlin ist somit zwar Startup-Hub Nummer eins, jedoch nicht konkurrenzlos. Je nach Geschäftsausrichtung macht es Sinn, andere Standorte in Erwägung zu ziehen.

Bisher gab es im Bereich B2C den größten Gründer-Hype – welche Potenziale siehst du im Bereich B2B?

Um sich international zu behaupten, müssen Unternehmen bei der Digitalisierung schritt halten. Große Firmen und KMUs haben gerade hierzulande damit noch oft Probleme. B2B-Startups, die diesen Kandidaten Lösungen anbieten, um ihre Prozesse zu automatisieren, haben deshalb aktuell sehr gute Wachstumschancen. Ein Beispiel ist die gerade von Microsoft aufgekaufte Open Source Plattform GitHub, die den Bereich des Software Development revolutioniert hat, indem sie Entwickler auf der ganzen Welt vernetzte und kollaboratives Programmieren zum neuen Standard für innovatives Arbeiten machte – hier wurde eine Marktlücke erkannt und konsequent genutzt. International beobachten wir viele Neugründungen, die beispielsweise schnellere und treffsichere Bewerberakquise dank KI oder fortschrittliche Arten der Datenspeicherung und -verwertung bieten. Im B2B-Markt liegen also definitiv große Entwicklungschancen.

Du bist Kommunikationsprofi! Wie schafft man es sein B2B-Startup „sexy“ rüberzubringen?

Erst einmal vorweg: Das Mindset in Deutschland muss sich ändern. Deutschen Gründern fehlt viel zu oft das Verständnis dafür, dass B2B nicht gleich unsexy ist. Ein Blick ins Silicon Valley zeigt, dass hiesige Startups noch viel in Sachen Storytelling, Humor und individueller Kundenansprache lernen können. Die deutschen Startups sind technologisch oft sogar besser als die amerikanische Konkurrenz, hinken beim Verkauf ihres Produkts aber meilenweit hinterher. Man sollte sich immer wieder ins Gedächtnis rufen: Unternehmensvertreter freuen sich genau wie Privatkunden über eine klare, knackige Ansprache, gewitzt dargestellte Inhalte und eine Prise Humor. Abgesehen davon muss man klar entscheiden: Wie will ich mich darstellen? Was ist mein USP? Wen will ich ansprechen? Erst danach kann man eine sinnvolle Kommunikationsstrategie erstellen. Wenn ich ein B2B-Angebot für Baufirmen habe, bringt es nichts, in der allgemeinen Presse breit zu streuen – das verschwendet nur Ressourcen wie Arbeitskraft und Zeit. Viel eher zahlt es sich aus, gezielt die entsprechenden Fachmedien anzugehen, denn hier ist die Chance auf Veröffentlichung und Aufmerksamkeit der richtigen Kunden ungleich höher. Darüber hinaus ist ein Grundverständnis der Inhalte gegeben, ich muss also nicht bei Adam und Eva anfangen, um mein Produkt zu erklären.

Und zum Abschluss: Was sind deine 3 „No Go’s“ bei der Pressearbeit von Startups?

1. Unklare Zuständigkeiten:
Gute PR ist Arbeit. Die erfordert Zeit und Struktur. Auch wenn im Unternehmen noch nicht die Ressourcen bestehen, um eine ganze Stelle für Kommunikation zu schaffen oder eine Agentur zu beauftragen, sollte klar sein, wer für Pressearbeit und -anfragen zuständig ist und welche Kommunikationsstrategie das Unternehmen verfolgt. Eine klare öffentliche Positionierung ist für den Erfolg und die Glaubwürdigkeit des Startups unabdingbar.

2. Schlechtes Timing und schwammige Botschaften:
Als Unternehmen sollte man IMMER im Blick haben, was auf dem Markt, aber auch in der Gesellschaft gerade passiert. Kommunikation ist ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren – und kann gründlich schief gehen, wenn man falsche Themen zum falschen Zeitpunkt

aufgreift. Sei es aufgrund von Konkurrenz-Meldungen oder von Großereignissen, die Publicity stehlen – größtmögliche Aufmerksamkeit erreicht man, indem man den Zeitpunkt

der öffentlichen Kommunikation so wählt, dass möglichst wenig Störfaktoren eine Rolle spielen können. Gerade wegen der immensen Konkurrenz in unserer Informationsgesellschaft braucht es eine scharfe Positionierung. Was macht uns aus? Warum tun wir das, was wir tun? Diese Botschaft muss man glasklar kommunizieren.

3. Nicht verfügbares Pressematerial:
Simpel, und dennoch potenziell verhängnisvoll: Medien leben nicht nur durch Text, sondern auch durch Bilder. Das muss jedem Startup klar sein. Wenn ein Journalist zwar einen Artikel über das Produkt schreiben möchte, diesen aber nicht bebildern kann, verringert sich die Chance auf Veröffentlichung enorm. Deshalb ist es unverzichtbar, professionelle Fotos vom Gründerteam, von der Website und von den Produkten zur Verfügung zu stellen, sei es auf der eigenen Homepage zum Download.

Über PIABO:

PIABO ist die führende Agentur der digitalen Wirtschaft mit Sitz in Berlin. PIABO erzielt für seine Kunden aus den Branchen Internet, Mobile/Apps, E-Commerce/Marktplätze, Consumer Electronics, IoT/Robotic, Security, Venture Capital, Fintech, SaaS/Cloud, Big Data, AI/VR/AR und Lifestyle international herausragende Medienpräsenz. Das Leistungsspektrum umfasst Public Relations sowie auch strategisches Social Media Management und Content Marketing. Ziel von PIABO ist es, Unternehmer aktiv beim Erreichen ihrer lokalen und globalen Wachstumsziele zu unterstützen und so maßgeblich zum Erfolg ihrer Unternehmungen beizutragen. Mehr Informationen unter www.piabo.net .

Über Tilo Bonow:

Tilo Bonow ist Gründer und CEO von PIABO, Europas führender PR-Agentur für die Digitalwirtschaft mit Sitz in Berlin. Er ist maßgeblicher Erfolgstreiber ambitionierter Unternehmer in globalen Märkten und ausgewiesener Experte der Start up -Szene. PIABO rief er ins Leben, um Tech-Unternehmer dabei zu unterstützen, ihre Potenziale bestmöglich medial zu vermarkten, Wachstumsziele zu erreichen und die Marktführerschaft zu übernehmen. Zu seinen Kunden zählen europäische Technologieunternehmen und digitale Weltmarken wie Tinder, Evernote, Stripe, Nest und Silicon Valley Bank.

Darüber hinaus ist Tilo als Investor beim Berliner Seed & Early-Stage Fund Cavalry Ventures aktiv, bei 500 Startups, Nest.vc (Hong Kong) sowie im Investmentkomitee von Capital300, wo er Startups bei der Internationalisierung unterstützt – sowohl mit Kapital als auch mit seinen durchdringenden Marktkenntnissen und einem exzellenten Netzwerk. Außerdem engagiert sich Tilo als Keynote Speaker, Jurymitglied, Moderator und PR- Partner bei zahlreichen Konferenzen wie z.B. NOAH Conference, Mobile World Congress, Bits & Pretzels, Pioneers Festival und HEUREKA und ist als Mentor u.a. bei IBM, Microsoft und Axel Springer Plug & Play aktiv.

Pressekontakt:

Nora Werbeck
PIABO PR GmbH Nora.Werbeck@piabo.net Tel.: +49 172 5229803