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Zeitmanagement für Erfolgsunternehmer war einer der erfolgreichsten Artikel hier seit langem hier auf Founders OWL. Doch woher kommt die Zeit zum Gründen, die besser gemanaged werden kann überhaupt?

Wie oft habe ich schon gehört: „Ich würde ja auch gerne noch etwas eigenes gründen, aber mir fehlt die Zeit.“ oder „Ich habe da eine Idee für ein Startup, aber wann soll ich das denn noch machen?“ Im folgenden habe ich Euch einige Ansätze zusammen gestellt, mit denen Ihr Euch Zeit frei machen könnt, um Euch auf ein produktives Projekt zu stürzen.

„What gets measured gets managed“

Ob diese These nun von Peter Drucker oder jemand anderem zuerst geäußert wurde, sei mal dahin gestellt. Fakt ist, dass sie stimmt: Sobald ich beginne, meine Zeit zu messen, kann ich auch beginnen sie besser zu nutzen. Alleine wenn Ihr Euch einige Tage lang beobachtet und aufschreibt für welche Tätigkeiten Ihr wieviel Zeit verwendet, werdet Ihr relativ schnell eine Verbesserung erzielen können. Alleine durch die bewusste Beschäftigung mit Eurem Tagesablauf.

Ihr könnt in einem einfachen Notizbuch festhalten, wann Ihr wieviel Zeit wofür verwendet, in einer EXCEL-Tabelle oder mit einem Zeiterfassungstool wie toggl oder mite. Wichtig ist, dass Ihr möglichst viele Einträge über einen Zeitraum von einer bis zwei Wochen festhaltet. So bekommt Ihr ein Gefühl dafür, welche Muster und immer wieder kehrenden Tätigkeiten Zeit verschlucken, die Ihr für Euer Startup frei machen könnt. Auch Kleinigkeiten wie z.B. Kaffee holen, Rauchen gehen und Candy Crush spielen 😉 solltet Ihr festhalten. Spätestens wenn diese Kleinigkeiten mehrmals am Tag auftreten, können Sie in Summe schon einen ordentlich nutzbaren Zeitabschnitt ergeben. Haltet folgende Informationen fest:

  • TÄTIGKEIT
  • STARTZEIT
  • DAUER
  • DATUM
  • ZIEL / GRUND / PRIO der Tätigkeit 

So könnt Ihr später einschätzen, welche unwichtigen oder überflüssigen Tätigkeiten wieviel Gesamtzeit eingenommen haben und zu welchen Tageszeiten sie auftreten.

Eine automatische Erfassung Eurer digitalen Tätigkeiten übernimmt übrigens das Tool RescueTime. Die App gibt es für alle üblichen Systeme und sie zeichnet in der kostenlosen Variante auf, wieviel zeit Ihr auf welchen Webseiten und in welchen Programmen und Apps verbracht habt. Macht Euch auf ein paar ernüchternde Ergebnisse gefasst 🙂

Gründen ist kein Sprint sondern ein Marathon!

Schon eine zusätzliche Stunde am Tag kann Euch Eurem Ziel erheblich weiter bringen: Das sind 365 Stunden im Jahr. Geteilt durch 8 Stunden habt Ihr damit 45,5 Arbeitstage pro Jahr, die Ihr auf Euer eigenes Startup verwenden könnt!

Also 9 typische Arbeitswochen! Damit lässt sich langfristig schon eine Menge anfangen. 

Potenzial für zusätzlich nutzbare Zeit zum Gründen

Erlaubt mir, Euch einige Beispiele aus meiner eigenen Erfahrung zu geben, mit denen ich im Laufe der Jahre einige Stunden am Tag für mich rausgeholt habe:

Streaming statt Fernsehen: Einer der größten Zeitfresser, den ich in meinem Alltag vor einigen Jahren entdeckt habe war der Fernseher. Gut 2-3 Stunden am Tag gingen mir dadurch verloren. Aber nicht nur das: Einmal angefangen, bin ich vor der Glotze hängen geblieben, habe länger geschaut, als ich eigentlich wollte und somit auch noch weniger Schlaf bekommen. Streaming-Dienste haben mir irrsinnig viel Zeit und Flexibilität verschafft. Natürlich schaue ich auch gerne mal die eine oder andere Serienfolge. Aber ohne klassisches Fernsehen könnt Ihr selber bestimmen, wann Ihr Euch die Zeit nehmt und seit nicht auf das Programm angewiesen.

Clustern statt hin und her springen: Die Produktivitäts-Methode Getting Things Done kennen vielleicht schon einige von Euch. Der für mich wertvollste Hack daraus ist das Clustern ähnlicher Aufgaben. Anstatt innerhalb eines Projekts zwischen Programmieren, Schreiben von E-Mails, Telefonieren, Buchhaltung usw. hin und her zu springen, legt Ihr Euch alle ähnlichen Aufgaben in einen Zeitraum und erledigt bsw. alle nötigen Telefonate nacheinander. So könnt Ihr Euch auf eine Haupttätigkeit für einen längeren Zeitraum einstellen. In den meisten Fällen ist das sehr viel produktiver, als wenn Ihr Euch immer wieder in kurzen Abständen auf andere Tätigkeiten einstellen müsst.

Ideen immer und überall festhalten: Der größte Produktivitäts-Booster war definitiv als ich begann, meine Ideen und Notizen im iPhone festzuhalten und dann auch auf den Rechnern verfügbar zu haben. Ein Gründer-Hirn hört nicht um 17 Uhr auf zu arbeiten und es gibt nichts frustrierenderes, wenn Dir der Einfall für den nächsten Schritt, eine Produktbeschreibung oder das Webseiten-Konzept kommt und Du kannst ihn nicht sofort festhalten. Eine immer zugängliche und gut organisierbare Lösung wird Dich in kurzer Zeit einen Riesenschritt nach vorne bringen. Denn Du kannst plötzlich auch kleinste Zeiteinheiten für die Weiterentwicklung Deines Startups nutzen. So seltsam sich das im ersten Moment für Dich anhören mag, aber Du kannst plötzlich überall arbeiten:

  • In der Schlange an der Supermarktkasse
  • An der Bushaltestelle
  • Beim Zähneputzen
  • Wenn Dir beim Serien schauen über den Streaming-Service ein guter Gedanke kommt
  • oder wenn Du nachts um 3 mit der perfekten Idee aufwachst

Für manche ist eine solche Lösung das oben schon genannte Notizbuch, für andere eine einzelne Text-Datei oder ein persönliches Wiki. Für mich ist es Evernote – nach acht Jahren haben ich über6500 Notizen angelegt, die das Tool für mich perfekt organisiert.

Planung ersetzt Zufall durch Irrtum

Im eingangs erwähnten Artikel zu Zeitmanagement nennt Mathias einige sehr gute Methoden zur Planung und Durchführung Eures Tagesablaufs. Wenn Ihr Euren Tag, eure Woche und die nächsten 3 Monate voraus plant und regelmäßig in diesen Zeitabständen noch einmal über Eure Aufzeichnungen schaut, desto mehr Potenzial werdet Ihr in den 24 Stunden und 365 Tagen entdecken, die uns allen zur Verfügung stehen.

Wir haben alle gleich viel Zeit. Es kommt darauf an wie Ihr sie nutzt.

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