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Es gibt unzählige Tutorials, wie ihr euch einen erfolgreichen YouTube Channel aufbaut und als typischer  YouTuber Creator mit Content bespielt. Hier haben wir euch einige Tipps zusammen gestellt, wie YouTube für Startups funktionieren kann.

Was aber, wenn ihr YouTube für Startups nutzen wollt?

Die Regeln sind nicht komplett anders wie für den typischen YouTuber, aber Thore Schwemann (der Mann hat einen IMDB-Eintrag!) von Elephant Digital stellte vergangene Woche die unterschiedlichen Ansätze in einem Workshop im Pioneers Club heraus.

tl;dr:

  1. No cash, no views
  2. Erst das Konzept, dann die Produktion
  3. Produziert customer-centric
  4. Nutzt YouTube als Datenquelle
  5. Macht. Guten. Content!

Bonuspoint: Plant eure Strategie langfristig.

No cash, no views

Einen Zahn, den uns Thore bereits zu Anfang zog war: Toller, viraler Content wird schon reichen. Pustekuchen! Vielmehr sind auch Mega-Erfolge im Video-Branding nicht ohne massiven Einsatz von Media-Budget entstanden:

Mediaspend erzeugt Reichweite. Reichweite erzeugt bei gutem Content Interaktion und Engagement. Engagement führt zu steigenden Rankings und organischen Reach.

Wir lernen auch: „Gekaufte Abonnenten sehen nur kurzzeitig für den Marketingleiter gut aus.“ Lasst die Finger davon, Subscriber über dubiose Angebote zu kaufen. Die verschlechtern euch die echten Interaktionen und führen zu Abstrafungen im Algorithmus.

Erst das Konzept, dann die Produktion

Es gibt unzählige Unternehmen, deren  Inhalte auf YouTube brach liegen. Eigentlich könnten diese Inhalte  für das Unternehmen arbeiten, wenn sie mit der richtigen Strategie und Konzeption eingesetzt würden.

Die zentrale Frage ist:

Wie schaffe ich Video Content, für den sich die User interessieren und ansehen?

Ansehen kann dabei verschiedene Ausprägungen bedeuteten:

  • Der Viewcount
  • View-Duration
  • Findbarkeit der Inhalte
  • Gibt es Touchpoints mit den Zielgruppen?

Eine weitere Frage, die ihr euch stellen solltet ist:

Brauche ich wirklich viele Views, oder reichen bereits wenige Views von den richtigen Entscheidern?

Wenn letzteres der Fall ist, könnt ihr eure Videos möglicherweise sogar manuell und persönlich an die relevanten User bekommen.

Wenn ihr aber Masse benötigt und damit meinen wir hunderttausende oder sogar Million Aufrufe, dann braucht ihr neben Spitzencontent auch eine Spitzenstrategie.

Datengestütztes Konzept

Selbst, wenn ihr noch keine Auswertungen aus den Nutzerdaten auf YouTube habt, könnt ihr euer Videokonzept mit Daten stützen:

Mit SEO-Daten beispielsweise. Welche Inhalte werden bei euch häufig gesucht? Welche Google Suggestions gibt es im Zusammenhang mit euren Themen? Welche Fragen stellen sich Nutzer? Welche Emotionen bewegen eure potenziellen Kunden?

Thore drückte es im Workshop auch so aus:

Alle diese Fragen führen euch zu potenziellen Videoinhalten, die ihr mit eurem Produkt in Verbbindung bringen könnt und damit echte Relevanz für Kunden schafft.

We don’t care about personas.

Ist auch logisch: Wenn ihr das tatsächliche Verhalten eurer (potenziellen) Kunden analysieren könnt, braucht ihr euch keines mehr ausdenken.

Übrigens könnt ihr YouTubes Analytics auch dazu nutzen, um wertvolle Datenpunkte für andere Marketingmaßnahmen zu sammeln.

So entsteht ein Datenkreislauf für Leads und Sales zwischen Videocontent, Social Signals, Landingpage und Retargeting aus dem ihr irre viele Erkenntnisse ziehen könnt.

Die Stärke von Video-Content

Video schafft Identifikation, ist nachfühlbar und benötigt wenig Transferleistung beim Empäfnger um mit wenig Anstrenung nachvollziehbar zu sein.

Beispiel:

Stell dir vor, Du beißt in eine Zitrone. Der Saft landet auf Deiner Zunge. Du kneifst die Augen zu, verziehst das Gesicht. Trotzdem schmeckt es dir und du vermisst einen Tequila.

Ist okay. Aber biel mehr transportiert doch das hier:

Emotionen und Empathie lassen sich am ehesten über das Format Video transportieren und gelangen so viel einfacher und schneller ins Langzeitgedächtnis der Nutzer als Text oder Bild allein.

Planung erhöht Qualität und senkt Kosten

Im Prinzip gibt es drei verschiedene Kategorien für Unternehmensvideos:

  1. Hero-Content – Highlights für viel Aufmerksamkeit
  2. Hub-Content – erzeugt Nutzertreue, Abonnements, vertieft Beziehung
  3. Help-Content – schafft zeitlos relevante Inhalte mit Bezug zu eurem Produkt

Auf Basis der Erkenntnisse aus der Datenanalyse plant ihr dann mit allen relevanten Personen eure Videostrategie. Da sollte Sales genauso im Boot sein wie Service, Produktmanagement, Marketing und HR.

Die Produktion

Daraufhin werden die Videos produziert. Hier solltet ihr selber feststellen, in welchem Rahmen ihr euch eine Produktion leisten könnt. Guter Content kann mit der Smartphone-Kamera genauso entstehen, wie mit dem 20-köpfigen Team für 7-stellige Summen.

Thores Background geht auf TV-Produktionen allererster Kajüte zurück. Daher lasse ich den Part hier mal raus, außer, ihr wollt eure Investoren erschrecken.

Für Multi-Channel produzieren

 

  • YouTube = klasisches Widescreen Format wie aus dem TV gewohnt
  • Instagram = relevante Inhalte müssen auch im quadratischen Frame zu sehen sein
  • Facebook, Instagram Stories, Snapchat = auch im vertikalen Portrait Mode sollte ein Ausschnitt des Videos funktionieren

Wichtig: Mobile first Content (Portrait Mode und square) werden in den entsprechenden Kanälen vom Algorithmus bevorzugt.

Platzierung und Verbreitung eurer Videos

Plant mindestens das dreifache eurer Produktionskosten für Mediaplanning und Ad-Budget ein, damit ihr euer Video an die User bringt.

Video-Content zu produzieren und dann nicht zu bewerben ist ungefähr so, als würdet ihr Prospekte drucken, zwei Europaletten Papier auf den Marktplatz schieben und warten, dass die Kunden angerannt kommen.

Ad-Spillover-Effekt: Habt ihr exzellenten Content am Start und bewerbt diesen, zieht er Traffic an, der sich positiv auf die restlichen Inhalte auswirkt.

Das heißt auch:

Plant nicht nur einen Hero-Spot ein, sondern habt vorher auch bereits einige Hub- und Help-Inhalte in eurem Channel, damit neu angezogene Interessenten mehr Gründe zum weiter schauen und abonnieren finden.

Nutzt die internen Funktionen von YouTube für mehr Views und User-Retention

 

 

Verschießt euer Video- und AdBudget-Pulver nicht auf einen Schlag.

Der Help- und Hub-Content steht im Channel. Der Hero-Spot ist fertig. Fangt dann langsam mit gezieltem Media-Budget und entsprechendem Targetting an. Beobachte die Entwicklung der Analytics-Daten. Erzielt ihr den gewünschten Effekt oder müsst ihr nachsteuern? Steigert eure Ad-Spendings nach und nach, wenn ihr ein Gefühl für die Nutzer bekommt.

Fazit: YouTube ist vielfältiger als gedacht

Und lässt sich hervorragend für Startups nutzen:

Plant.
Analysiert.
Konzipiert.
Produziert.
Verbreitet.

Und all das möglichst langfristig. Und sonst: Schaut einfach mal bei elephant-digital.de vorbei.