Bist du ein Mensch? 4   +   8   =  

Dauergast Elon Musk ist wieder da: Diesmal mit einem nützlichen Wegweiser für Startups. Im Interview mit Y Combinator für deren Serie How to build the Future nannte er zwei Zukunftsthemen für junge Gründer, die den größten Impact auf unsere Welt und Gesellschaft haben werden. Er selbst beschäftigte sich vor 25 Jahren mit:

Auch heute noch ein guter Gradmesser für Startups, welche Gebiete lohnenswert sein könnten. Musk betont dabei, nicht jedes Unternehmen müsse sich um die vollständige Lösung eines Mega-Problems kümmern. Nicht jeder Unternehmer muss die gesamte Welt verändern. Es ist ein guter Anfang, sich zu fragen: „Ist das, was ich tue nützlich für die Gesellschaft?“ Oft haben kleine Verbesserungen einen kleinen Wert für sehr viele Menschen. Oder wie Peter Diamandis es ausdrückt: „Um Milliardär zu werden, musst Du einer Milliarde Menschen helfen“

Was bedeutet es, nützlich zu sein?

Im Gespräch konstruiert Musk eine KPI für die Nützlichkeit einer Startup-Idee im Bezug auf Zukunftsthemen:

Nutzen-Differenz zum neuesten Stand der Technik multipliziert mit der Anzahl Menschen auf die sich die Lösung unmittelbar auswirkt.

Eine große Lösung für wenige Menschen kann demnach ebenso wertvoll sein wie eine kleine Lösung, die vielen Menschen hilft. Für Musk zählt der Bereich unterhalb der dadurch entstehenden Kurve:

Nutzen-zu-Menschen-Kurve

Am Beispiel dieses Blogs erklärt:
Founders OWL ist ein Medium, das nur für verhältnismäßig wenige Menschen einen direkten Nutzen hat: Gründer und Menschen mit einer Gründungsidee in Ostwestfalen. Der Nutzen für diese Menschen ist aber sehr hoch.

Hinzu kommt: Wenn wir euch mit unseren Inhalten erreichen und beim Gründen helfen können, dann potenziert sich unser Nutzen mit dem, den ihr mit euren Projekten und Unternehmen für weitere Menschen schafft.

Die weltbewegenden Themen, die Elon Musk Startups empfiehlt

Heute sind es nicht mehr fünf, Musk nennt im Interview nur noch zwei Zukunftsthemen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr auf eines der beiden nicht so ohne weiteres kommen werdet:

1. Künstliche Intelligenz (KI)

Gut, das war relativ offensichtlich. Schließlich ist im Frühjahr 2016 gerade Musks eigene Non-Profit Organisation zu Artificial Intelligence an den Start gegangen: openAI.org. KI wird in den kommenden Jahrzehnten eines der bestimmenden Themen sein, das voran getrieben wird. Aber auch eines der Themen, das neue Möglichkeiten überhaupt erst eröffnet. Sei es durch schnellere Berechnungen, präzisere Vorhersagen, Arbeitsleistung durch Roboter-Gehirne oder neue Dienstleistungen und Produkte, die sich erst noch durch denkende Maschinen abzeichnen werden.

2. Eine Schnittstelle zum Gehirn

Ich muss zugeben: Darauf wäre ich nicht gekommen. Obwohl es so offensichtlich ist: Mit einer technologischen, physischen Schnittstelle zum Gehirn eröffnen sich zunächst mal für KI ganz neue Ansätze: Menschliche Gehirne können mit maschinellen zusammen geschaltet werden. Daten können von einem zum anderen übertragen werden. Menschliches Gedächtnis kann gespeichert werden. Ich denke für Musk ist ein ganz schwerwiegender Punkt auch, dass ein solches Interface der relevanteste zur Herbeiführung der Singularität sein dürfte. Die für die meisten Menschen bis dahin eher im Regal der Technologie-Esoterik schlummern dürfte – mich eingeschlossen.

Ganz praktische Anwendungsfälle für eine „Gehirn-zu-Maschine“-Verbindung sehe ich in zwei weiteren Megatrends, die seit über 25 Jahren vor sich hin schlummern: Augmented Reality und Virtual Reality. Zunächst mal würde ein einfacher Stecker zum Gehirn all die lästigen Brillen überflüssig machen. Aber auch Smartphones und Watches. Wenn ich über mein Gehirn direkt mit der Maschine kommunizieren kann, benötige ich keine anderen Endgeräte mehr.

Was ist der breite Nutzen dieser Zukunftsthemen?

Es fängt bei ganz einfachen Dingen wie Wikipedia oder dem Kalender an. Im Prinzip muss ich mich an Termine gar nicht mehr erinnern, da sie sich durch einen technologisch direkt mit meinem Hirn verbundenen Kalender quasi immer dort befinden. Wenn ich Daten und Fakten aus Wikipedia direkt und ohne Zuhilfenahme eines externen Gerätes direkt in mein Denken integrieren kann ist das ein offensichtlicher Zeitgewinn, ermöglicht aber auch völlig neue Vernetzung von Informationen, Ideen und Zusammenhängen. Was im Idealfall zu neuen Innovationen führt.

Doch auch im Alltag kann eine solche Technologie direkt nützlich sein. Stellt euch einfach vor, ihr steigt in euren Tesla und das Fahrzeug verbindet sich direkt mit eurem Gehirn. Selbstverständlich fährt das Auto autonom. Dennoch könnte die direkte Verbindung einen Gewinn an Sicherheit bedeuten, wenn das Auto über die Sinne des Menschen zusätzliche Informationen aufnimmt – und dank KI daraus lernt. Der Komfort würde direkt beeinflusst: Die Insassen fühlen sich auf einer holprigen Straße zu stark durch gerüttelt: Das Auto verlangsamt die Fahrt und passt das adaptive Fahrwerk optimal an die Gefühle seiner Passagiere an.

Ja, das hört sich nach Science Fiction an. Genauso wie sich in den 60er Jahren Handies wie Science Fiction angehört haben. Oder Douglas Adams Ende der 70er Jahre in Per Anhalter durch die Galaxis etwas wie die Wikipedia als zentrale Innovation seiner Bücher vorher gesehen hat.

Technologien und Zukunftsthemen müssen weiter entwickelt werden!

Aber diese Technologien müssen nicht nur entstehen und in den Alltag der Menschen integriert werden, sie müssen gepflegt und weiter entwickelt werden.

„Technologien werden nur besser, wenn smarte Menschen wie irre daran weiter arbeiten. Wenn nicht, lassen sie eher nach.“

Als Beispiel für diese Aussage führt Musk die Raketentechnologie an: 1969 konnte die Saturn 5 Rakete Menschen zum Mond befördern. Die Space Shuttles schafften es bereits nur noch in einen niedrigen Orbit. Als Grund dafür nennt er das mangelnde Interesse der großen Weltraumagenturen an radikalen Innovationen, denen es reichte ihre alte Technologien jährlich in kleinen Schritten zu verbessern.

In diesem Sinne: Werft bei der Entwicklung Eures eigenen Startups einen Blick unter die Kurve und schaut nach Schnittpunkten zu den ganz großen Zukunftsthemen der nächsten 20 bis 30 Jahre. Damit ist Erfolg nicht automatisch garantiert, aber wenn ihr einen möglichst großes Nutzen-Delta zum Status-quo erzeugt zumindest wahrscheinlicher.

Hier findet ihr das eingangs erwähnte Interview: